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Die sieben Todsünden der modernen Gesellschaft:

Reichtum ohne Arbeit

Wissen ohne Charakter

Wissenschaft ohne Menschlichkeit

Politik ohne Prinzipien

Genuss ohne Gewissen

Geschäft ohne Moral

Religion ohne Opfer“

Dalai Lama XIV. (Tenzin Gyatso) (*1935)

 

Wirtschaftswissenschaft ist die einzige Disziplin, in der jedes Jahr auf dieselben Fragen andere Antworten richtig sind.“

Danny Kaye (*1913, †1987), US-am. Schauspieler

 

Wer Zins nimmt, soll aus der Kirche ausgestoßen und nur nach strengster Buße und mit größter Vorsicht wieder aufgenommen werden. Einem Zinsnehmer, der ohne Bekehrung stirbt, soll das christliche Begräbnis verweigert werden.“

Das zweite Laterankonzil (1139)

 

Kann man einige Grundannahmen des Kapitalismus so anpassen, dass ein neues funktionierendes System entsteht?

Nehmen wir als Beispiel das Geldsystem. Es ist auf der ganzen Welt mit den gleichen Mechanismen und Bedingungen verbreitet – Zinssätze, Kauf und Verkauf, Spekulation, Aktien usw. Dieses System wird gern als unveränderliche Realität angesehen. Aber das ist es nicht. Es ist eine menschliche Erfindung, die gerade mal ein paar hundert Jahre alt ist. Man kann sich leicht eine andere Form des Geldsystems vorstellen, wo zum Beispiel jede Gemeinde ihr eigenes Geld hat, das auch nur in ihr gültig ist – eine lokale Währung."

Dennis L. Meadows (*1942), Ökonom, Leiter des Instituts für Politik und sozialwissenschaftliche Forschung an der University of New Hampshire, act Magazin von Greenpeace Österreich - Interview von Roman Kellner und Christian Neugebauer (2007)

 

Ist der Kapitalismus, wie wir ihn kennen, am Ende?

Die Idee, dass man unbegrenzt immer mehr physisches Kapital anhäufen kann und dass das allen hilft, stimmt so sicher nicht mehr. Früher hat mehr Kapital vielleicht zu einer Verbesserung der Lebensqualität geführt, heute führt es zur Zerstörung von Lebensqualität. Nicht für jeden natürlich, es gibt einige wenige Reiche, aber wenn man sich die Konsequenzen ansieht, sind sie im Großen und Ganzen negativ.“

Dennis L. Meadows (*1942), Ökonom, Leiter des Instituts für Politik und sozialwissenschaftliche Forschung an der University of New Hampshire, act Magazin von Greenpeace Österreich - Interview von Roman Kellner und Christian Neugebauer (2007)

 

Jeder Tag weiterbestehenden exponentiellen Wachstums treibt das Weltsystem näher an die Grenzen des Wachstums. Wenn man sich entscheidet, nichts zu tun, entscheidet man sich in Wirklichkeit, die Gefahren des Zusammenbruchs zu vergrößern.“

Dennis L. Meadows (*1942), Ökonom, Leiter des Instituts für Politik und sozialwissenschaftliche Forschung an der University of New Hampshire, in "Die Grenzen des Wachstums. Bericht des Club of Rome zur Lage der Menschheit" (1972)

 

Wenn es solcher Perspektiven bis her ermangelt, so liegt das keineswegs daran, daß sie außerhalb der Grenzen unserer Wissenschaft liegen, sondern vielmehr daran, daß die Menschen nicht die richtigen Fragen stellen. Denn sie zu stellen, würde das Eingeständnis bedeuten, daß die Welt sich nicht auf dem Wege zu einer dauerhaft tragbaren Entwicklung befindet - und diese Auffassung ist eben nicht politically."

Dennis L. Meadows (*1942), Ökonom, Leiter des Instituts für Politik und sozialwissenschaftliche Forschung an der University of New Hampshire, in "Die Grenzen des Wachstums. Bericht des Club of Rome zur Lage der Menschheit" (1972)

 

Die Unterordnung unter die naturgegebenen Wachstumsgrenzen erfordert nicht mehr, als abzuwarten, was sich ereignen wird, denn das Ergebnis wäre höchst warscheinlich ein unkontrollierbarer Rückgang von Kapital und Bevölkerung. Wie dieser Verfall abliefe, ist schwer vorstellbar. Es könnte an verschiedenen Punkten der Erde zu verschiedenen Zeiten oder aber weltweit einsetzen, allmählich oder sehr plötzlich. ... Mit Sicherheit besäßen die überlebenden Reste der Menschheit, wie groß auch ihre Zahl wäre, nicht mehr sehr viel, um eine neue Form der Gesellschaft, die noch unseren Vorstellungen zugänglich ist, aufzubauen.“

Dennis L. Meadows (*1942), Ökonom, Leiter des Instituts für Politik und sozialwissenschaftliche Forschung an der University of New Hampshire, in "Die Grenzen des Wachstums. Bericht des Club of Rome zur Lage der Menschheit" (1972)

 

Wenn man jährlich 10 DM zurücklegt, wächst das Guthaben linear; wenn man nach Jahren 100 DM zu sieben Prozent festverzinslich anlegt, wächst das Guthaben exponentiell mit einer Verdopplungszeit von zehn Jahren ... Da sich die Zinsen eines Jahres immer zur Einlage addieren, werden in jedem Jahr sieben Prozent auf eine höhere Einlage ausgezahlt, und je höher die Einlage bereits ist, um so stärker ist das Wachstum. Die Zinsen selbst wachsen auch, nur der Zinssatz, die Wachstumsrate, bleibt gleich.“

Dennis L. Meadows (*1942), Ökonom, Leiter des Instituts für Politik und sozialwissenschaftliche Forschung an der University of New Hampshire, in "Die Grenzen des Wachstums. Bericht des Club of Rome zur Lage der Menschheit" (1972)

 

Exponentielles Wachstum ist trügerisch, weil schon bei relativ geringen Wachstumsraten in kurzer Zeit astronomische Zahlen erreicht werden... Ebenso wie exponentiell steigender Landbedarf rasch gegen die Grenze des verfügbaren Landes stößt, kann analog exponentieller Rohstoffverbrauch rapide zu einer Erschöpfung der vorhandenen Lagerstätten führen... es [wird] kaum noch überraschen, dass bei der gegenwärtigen Verbrauchssteigerung die meisten der heute wichtigen und sich nicht regenerierenden Rohstoffe in 100 Jahren extrem teuer sein werden.“

Dennis L. Meadows (*1942), Ökonom, Leiter des Instituts für Politik und sozialwissenschaftliche Forschung an der University of New Hampshire, in "Die Grenzen des Wachstums. Bericht des Club of Rome zur Lage der Menschheit" (1972)

 

Der riesige Schuldenberg hat eine fatale Konsequenz: Rasant wachsende Zinsverpflichtungen des Staates müssen ausständig steigenden Steuereinnahmen bedient werden. Dies ist ein Hauptgrund für den ökologisch schädlichen Wachstumszwang!“

Der Spiegel 02.11.1998

 

Plötzlich taucht in der öffentlichen Diskussion ein Wort auf das selbst Ökonomen eher aus den Geschichtsbüchern kennen: Deflation ... In diesem Schreckensszenario sinken zunächst Umsätze und Gewinne, der Verbrauch schrumpft. Den Unternehmen fehlt dann Geld zum Investieren, sie streichen immer mehr Jobs. Die Menschen horten ihr Geld, wie heute in Japan, was die Wirtschaft weiter abbremst. Eine gefährliche Spirale, an deren Ende Konkurse, Bankenzusammenbrüche und massenhaftes Elend stehen."

Der Spiegel 21.09.1998

 

Nach einem geheim gehaltenen britischen Regierungsbericht, bezahlen die britischen Steuerzahler rund 500 Millionen Franken für Waffen, mit denen der Irak die eigenen Truppen des Inselreiches beschossen hat. Die Rechnung geht zurück auf eine Exportgarantie, die die britische Regierung Firmen gewährte, die in den Irak ausführten. ... Unter dem Strich müssen die Briten ... also zweimal bezahlen. Einmal für die irakischen Waffen und einmal für die eigenen, die irakischen zu zerstören."

Der Zeitpunkt, schweiz. Zeitschrift

 

Die Möglichkeit, rechtmäßig erworbenes Geld dem Zahlungsverkehr auf gewisse Zeit zu entziehen, ist Ausfluß des Grundsatzes, dass der Eigentümer beweglicher Sachen hiermit ... nach Belieben verfahren darf ... Ein „Horten“ von Bargeld kann somit von der Bundesbank nicht verhindert werden. Es sind hierdurch aber bisher praktisch keine ernsthaften währungspolitischen Probleme entstanden."

Deutsche Bundesbank

 

Langfristigen US-Studien zufolge liegen zwei Drittel der Analysten mit ihren Gewinneinschätzungen generell daneben.“

Die Presse 02.01.2001

 

Das Magazin „Bloomberg Markets“ veröffentlichte 2002 eine Statistik, die die Arbeit der Wirtschaftsprüfer in ein äußerst schiefes Licht rückte. Nach diesen Recherchen wurde mehr als der Hälfte der Unternehmen, die zwischen 1996 und 2001 Pleite gingen, kurz vor dem Niedergang von den Wirtschaftsprüfern (über ein so genanntes „Clean Audit“) noch eine gute wirtschaftliche Verfassung bescheinigt."

Die Presse 17.06.2002

 

Die Kluft wird immer breiter! - 20 Prozent der Haushalte gehören 80 Prozent des Volksvermögens“

Die Presse über die USA (1995)

 

Durch viele Umgehungen und steuerberatungstechnischen Zaubertricks (Abschreibungsvergünstigungen, Steueroasen, Rückstellungen) schaffte es Daimler/Chrysler trotz hoher Gewinne keine Körperschaftssteuer und Gewerbesteuer zu zahlen. Der deutsche Staat sponsert dieses Unternehmen 1997 und 1998 mit 1,74 Milliarden Euro!“

Die Tageszeitung (TAZ)

 

Die Bank für internationalen Zahlungsausgleich BIZ weist darauf hin, daß die derzeitigen Aktienkurse viel zu hoch seien und schon bald rasch und unkontrolliert sinken könnten. Auch die Deflation müsse im Auge behalten werden, da ein sinkendes Preisniveau sich als gravierendes Problem für unser Banksystem erweisen könnte, wenn die als Sicherheiten für Kredite hinterlegten Vermögenswerte sänken. Die Banken wären in solch einer Lage gezwungen, ihre Kreditpolitik zu verschärfen."

Die Welt 08.06.1999

 

Bei der Ursachenforschung beißt sich die Katze, wie es rußlandweit üblich ist, in den eigenen Schwanz. Die Kraftwerke haben keinen Brennstoff, weil sie die Lieferanten nicht bezahlt haben. Sie können nicht zahlen, weil die Verbraucher ihrerseits die Rechnungen nicht begleichen. Den Industriebetrieben fehlt das Geld, weil sie entweder nichts produzieren oder ihre Waren nicht bezahlt bekommen. Die privaten Kunden sind mittellos, weil sie seit Monaten keine Löhne und Gehälter bekommen haben.“

Die Welt 17.11.1998

 

Viele Ökonomen sind heute überzeugt: Dem Wachstum sind keine Grenzen gesetzt. ... Ohne Wachstum aber gebe es in der Gesellschaft nichts Neues zu verteilen. Jeder Einzelne könnte sich nur besser stellen, indem er jemand anderem etwas wegnimmt. Da ist es nur konsequent, wenn Politiker überall auf der Welt das Wirtschaftswachstum zu einem vorrangigen Ziel machen.“

Die Welt 30.12.1999

 

In diesem Fall (Kürzung der Löhne, Anm. d. Verf.) könnte es auch zu einer Deflation kommen ... Hauptgewinner dieser Entwicklung werden nicht die Unternehmer, sondern die Rentiers, die Besitzer großer Geldvermögen werden.“

Die Zeit 01.11.1996

 

Gerät der Zufluß von Auslandskapital in die USA ins Stocken, könnten sich die Entwicklungen überschlagen: Der Dollar fällt, die US-Zinsen steigen und drücken Wirtschaftswachstum und Börsenkurse, eine Spirale nach unten kommt in Gang und kann sich mit der von den inneren Ungleichgewichten angestoßenen Spiralbewegung vereinen ... ."

Die Zeit 05.01.2000

 

Jetzt beschleunigt sich die Entwicklung in Schwindel erregender Weise. 1998 durchbrach das USA-Leistungsbilanzdefizit 200 Milliarden Dollar, 1999 überstieg es 300 Mrd., im Jahr 2000 wird es 400 Mrd. erreichen. Ähnlich rasant schnellt die Nettoverschuldung gegenüber dem Ausland in die Höhe: über zwei Billionen Dollar im Jahr 1998, über drei Billionen zwei Jahre später ... Gerät der Zufluß von Auslandskapital in die USA ins Stocken, könnten sich die Entwicklungen überschlagen: Der Dollar fällt, die US-Zinsen steigen und drücken Wirtschaftswachstum und Börsenkurse, eine Spirale nach unten kommt in Gang und kann sich mit der von den inneren Ungleichgewichten angestoßenen Spiralbewegung vereinen ... und je länger der Boom weitergeht, umso steiler könnte der Absturz werden.“

Die Zeit 05.01.2000

 

Was ist an der Zinslast eigentlich eine Last? Die über Steuermittel finanzierten Zinslasten fließen doch an diejenigen, die die Anleihen halten. Unterstellt man eine reine Binnenverschuldung, schulden wir uns damit die Verschuldung selbst. Ein reales Problem gibt es erst, wenn der Auslandsanteil der Staatsverschuldung zu groß wird.“

Die Zeit 14.01.1999

 

Eine größere Zahl deutscher und japanischer Finanzvertreter harrt in Teheran aus. Sie setzen auf die Zeit des Wiederaufbaus nach dem Ende des Krieges ... Wirtschaftsschäden von über 300 Milliarden habe der Krieg verursacht. Da winkt, so hoffen die Geschäftsleute, mancher dicke Investitionsauftrag.“

Die Zeit 18.10.1987

 

Die Wirtschaft stagniert, weil der Bedarf nicht zum Angebot und weil das Angebot nicht zum Bedarf kommt. Der Austausch stockt. Hier stoppt der Strom der volkswirtschaftlichen Zirkulation.“

Dieter Suhr, Jurist und Verfassungsrechtler, Uni Augsburg

 

Wo Geld ohne Bedarf ist, dort stellt sich auch Einkommen ohne Leistung ein, und das wiederum bewirkt, daß noch mehr Geld ohne Bedarf und noch mehr Einkommen ohne Leistung entstehen. Dieser "Einkommensfähigkeit ohne eigene Leistung" steht die Arbeitslosigkeit als "eigene Leistungsfähigkeit ohne Einkommen" gegenüber."

Dieter Suhr, Jurist und Verfassungsrechtler, Uni Augsburg, in "Dieter Suhr - Auf Arbeitslosigkeit programmierte Wirtschaft. Zeitschrift für Rechtspolitik. 9/1983. C.H. Beck, München" (1983)

 

Der Mechanismus von Zins und Zinseszins erzeugt nicht nur den Antrieb für ein pathologisches Wirtschafts- und Geldmengenwachstum, sondern arbeitet auch gegen die verfassungsmäßigen Rechte der Individuen in den meisten Ländern.“

Dieter Suhr, Jurist und Verfassungsrechtler, Uni Augsburg, in "Geld ohne Mehrwert - Entlastung der Marktwirtschaft von monetären Transaktionskosten" (1983)

 

Kredit kostet Zinsen. Die Zinsen belasten die Letztverbraucher und die Unternehmer, die sich zu ihrem Konsum- oder Investitionsbedarf das Geld hinzuborgen. Die Zinsen entziehen also den Letztverbrauchern und Unternehmern wiederum Geld, obgleich bei ihnen schon ohnehin zu wenig war, und sie fließen hin zu dem Anleger, bei dem ohnehin schon so viel Geld war..."

Dieter Suhr, Jurist und Verfassungsrechtler, Uni Augsburg, in "Wachstum bis zur Krise" (1986)

 

Solche Unternehmungen könnten der Kontrolle der Staaten zumindest entgleiten oder massiven Druck auf sie ausüben. Wenn ein entsprechend großes Unternehmen mit einer nationalen Gesetzgebung konfrontiert wird, die ihm nicht paßt, dann könnte es eine Regierung vor die Alternative stellen: Entweder, ihr ändert eure Gesetzeslage oder ihr müßt mit entsprechenden Reaktionen rechnen. Das ist dann nicht mehr Wettbewerbs-, sondern Machtpolitik.“

Dieter Wolf, Ex-Kartellamts-Chef, Welt Gespräch, Die Welt 17.08.1998

 

Wiesen brauchen wir ständig extremes Wachstum? Wiseo reicht uns nicht auch mal ein gutes Jahr einfach zu wiederholen aus? Genau wegen den Zinsen. Weil immer wieder der Zins und der Zinseszins dazu verdient werden muss, und das geht exponentiell nach oben, steigt immer schneller an. Und die Arbeitsleistung, die Produktivitätssteigerungen können gar nicht mithalten mit der Last, die durch diese Zinsen und den Zinseszins entstehen. Das heißt, wir müssen immer schneller in dem Rad rennen und müssen immer produktiver werden. Und trotzdem wird es nicht reichen, mit dem Wachstum der Zinsen und der Schulden mithalten zu können, sodass unser Wohlstand, unser Wohlfühl-Gefühl immer weniger wird - unser Wohlstand immer weiter schrumpft, obwohl wir immer schneller rennen. Und das führt irgendwann zum Kollaps des Systems."

Dirk 'Mr. Dax' Müller (*1968), bekanntester Deutscher Börsenmakler, dessen Arbeitsplatz unter der DAX-Kurstafel in Frankfurter lag, 3SAT-Doku 'Schuld und Schulden': Chiemgauer - Eigene Währung gegen den Wucher 19.05.2010

 

Das Geld vermehrt sich immer mehr und gleichzeitig die Schulden, weil jeder Euro, der im Umlauf ist, ist woanders als Schuld vorhanden. Es wird nicht Geld einfach gedruckt, sondern es wird als Schulden herausgegeben. Das heißt, alles Geld ist gleichzeitig woanders Schuld. Und für diese Schuld muss jemand Zinsen zahlen und das ist die breite Masse der Menschen. … Das System, das wir aufgebaut haben, das Zinseszinssystem, das Verschuldungssystem, hatte von Beginn an eine Halbwertszeit. Es war mit einem Verfallsdatum versehen, das nur noch nicht bekannt war, wann es genau enden würde. Ein Zinseszinssystem kann mathematisch nicht unendlich funktionieren. Es fängt langsam an. Der Zinseszins sorgt dafür, dass es am Ende dramatisch wächst - exponentielles Wachstum. Und wir sind in dieser finalen Phase angelangt. Wie lang die noch geht, ob die noch 2, 5 oder 10 Jahre geht, können wir nicht sagen. Aber wir sind in dieser finalen Phase, und die Folge kann nichts anderes sein als eine Neuordnung dieser Schulden. Ob das eine Neuverhandlung, eine Streichung, eine Währungsreform, was auch immer ist, das ist offen. Aber es muss zu einer Veränderung der Schuldensituation führen, denn die Gesamtverschuldung der westlichen Staaten ist so dramatisch, dass die Bürger die Zinslast auf Dauer nicht werden tragen können."

Dirk 'Mr. Dax' Müller (*1968), bekanntester Deutscher Börsenmakler, dessen Arbeitsplatz unter der DAX-Kurstafel in Frankfurter lag, ZDF Heute Journal "Wie kommen wir aus der Schuldenfalle" 08.06.2010

 

Über 263,67 Milliarden Mark verfügen die 47 reichsten Familien Deutschlands nach Schätzungen, immerhin ein knappes Drittel dessen, was die unteren 16 Millionen Haushalte in Deutschland besitzen. Oder anders ausgedrückt mehr als die Hälfte des Bundeshaushalts von 1997“

Dorothee Beck,Hartmut Meine, in "Wasserprediger und Weintrinker - Wie Reichtum vertuscht und Armut versteckt wird" (1997)

 

Von Seiten der Theologie ist zu fragen, ob die Religion der Wirtschaft nicht eine Anti-Religion zur biblischen ist und ihre Lebensfeindlichkeit verdeutlicht werden muss. … Indem der (pseudo)sakramentale Charakter der modernen Wirtschaft erkannt und benannt wird, besteht auch die Möglichkeit, die Wirtschaft wieder zu entsakramentalisieren. Dies könnte geschehen, indem durch eine neue Wirtschaftsordnung ein ‚neutrales Geld’ geschaffen wird, das seine magische Kraft verliert, indem es von der Funktion des Schatzmittels befreit und allein auf seinen Gebrauch als Tauschmittel und Wertmesser beschränkt wird. Freilich müsste die Geldreform mit einer Boden- und Steuerreform gekoppelt werden, die uns zu einem anderen Umgang mit den Gütern der Natur bewegt. Die biblische Weisheit, dass die Erde Gott gehört und ebenso die Bodenschätze und Geschöpfe, die auf der Erde wohnen (Ps. 24.1), sollte wieder beherzigt werden. Begann die Sakramentalisierung der Wirtschaft gerade im 16. Jahrhundert mit der Säkularisierung des christlichen Geschichtsdenkens und der Entsakramentalisierung (Entheiligung) der Natur durch die jüdisch-christliche Welttranszendenz, so kann heute die biblische Sicht von der Heiligkeit der Schöpfung zur notwendigen Entsakramentalisierung der Wirtschaft führen."

Dr. Christoph Körner, in "Zur metaphysischen Rolle des Geldes in der modernen Wirtschaft, in: Zeitschrift für Sozialökonomie 102./103. Folge (1994), S. 10-11"

 

In den bisherigen WTO-Verhandlungen waren die armen Länder immer die Verlierer.“

Dr. Franz Fischler (*1946), ehemaliger EU-Agrarkommissar, Vorsitzender des Ökosozialen Forums Europa, "Gebt uns keine Fische", Ö1-Sendereihe von Johannes Kaup, publiziert vom Ökosozialen Forum Österreich

 

Geld nennt man heute Knete, weil man jeden damit weich bekommt.“

Dr. Gerhard Uhlenbruck (*1929), dt. Prof. der Medizin und bekannter Aphoristiker

 

Im Korngiro mußte der Kontoinhaber eine Lagergebühr für die Speicherung, die Verwaltung, das Trocknen und so weiter bezahlen. Die Lagergebühr richtete sich nach der Quantität und vermutlich auch nach der Lagerungszeit. Die Gebühren bezogen sich auf das Giroguthaben. Es handelt sich hier also um eine Art negativer Verzinsung der Guthaben.“

Dr. Hugo Godschalk, gebürtiger Niederländer, dt. Ökonom, Forscher für Geld- und Währungstheorie, "Die geldlose Wirtschaft - Vom Tempeltausch bis zum Barter-Club" (1986)

 

Die weltweit überproportional wachsenden Zinsströme, der sich daraus ergebende Zwang zum Wirtschaftswachstum und die damit einhergehende ökologische Katastrophe zwingen uns ... bereits aus purem Eigeninteresse zum Umdenken.“

Dr. Hugo Godschalk, gebürtiger Niederländer, dt. Ökonom, Forscher für Geld- und Währungstheorie, in "Gerechtes Geld - Gerechte Welt"

 

Gesell hat im Reiche der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften Originales geschaffen trotzdem (oder weil?) er ein Autodidakt ist. Gerade deshalb, weil es sich nicht um einen durch eine regelrechte wissenschaftliche Schule gegangenen Theoretiker handelt, muß das, was er geleistet hat, umso höher bewertet werden. Die Schriften Gesells enthalten viel wissenschaftlich Wertvolles und Fruchtbares, das nicht wieder aus dem Bestande der Geldlehre verschwinden wird.“

Dr. Oskar Stillich, Nationalökonom Humboldt-Universität Berlin, in "Das Freigeld - eine Kritik" (1923)

 

Jede Waffe, die hergestellt wird, jedes Kriegsschiff, das vom Stapel läuft, jede abgefeuerte Rakete verkörpert im Grunde einen Diebstahl an jenen, die hungern und nicht ernährt, oder an jenen, die frieren und nicht gekleidet werden.“

Dwight D. Eisenhower, 34. Präsident der USA 1953-1961 (Republikaner) (um 1955)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gelesen 10593 mal Letzte Änderung am Donnerstag, 11 August 2011 16:50
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