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Die Situation ist weiß Gott schlimm und ich meine, dass man den Menschen die Dimension des Problems immer wieder verdeutlichen muss. Im Augenblick kann niemand ernsthaft daran denken, die Schulden zurück zu führen. Es geht momentan ja erst einmal darum, den Anstieg der Verschuldung zu bremsen.“

Rainer Wiegard, Finanzminister des Landes Schleswig-Holstein, www.staatsverschuldung.de 21.11.2005

 

Vom Sparkapitalismus sind wir unversehens zum Pumpkapitalismus übergegangen. Während lange Zeit Arbeit und wachsende Produktivität - also ein Überschuss an Leistung - Motor der Wirtschaftsentwicklung waren, sind es heute Konsum und wachsende Verschuldung, also ein Überschuss an Genuss. Nicht Sparen, sondern Borgen hält die Wirtschaft in Gang... Ist nicht das ganze Beharren auf harter Arbeit und Sparen ebenso abwegig wie, sagen wir, die Golddeckung der Währung?... In der Tat haben die gelegentlichen Mahnungen an die Ursprungswerte moderner Wachstumsgesellschaften etwas Altväterliches, ja etwas Abwegiges... Sehen denn solche Mahner nicht, dass in dem Augenblick, in dem das Schuldenmachen aufhört, nicht nur die Sozialleistungen zu Ende gehen, sondern der gesamte Wirtschaftsprozess zusammenbricht? „Aufschwung“ kann im Pumpkapitalismus nur heißen, dass mehr geliehen, mehr auf Vorschuss gekauft wird. Das ist der „kulturelle Widerspruch des Kapitalismus“ (wie Daniel Bell es nennt), dass er als Wirtschaftsform auf Werten beruht, deren Anwendung heute seinen Zusammenbruch zur Folge haben müsste.“

Ralf Dahrendorf (*1929), dt. Soziologe und Politiker, "Hasardspiel mit der Zukunft. Zwischen Wohlstand und Bankkrott - die Ökonomie des Als-ob" in Die Zeit 3/1984

 

Wie Wasser ohne Aufenthalt unter einer Brücke hindurch fließt, so rinnt das Geld durch die Hände der Freien, ohne jemals von ihnen angehäuft zu werden.“

Ramakrishna Paramahamsa (*1834, †1886), indischer Weiser, bedeutender hinduistischer Mystiker

 

Mein Traum ist: Brecht die Zinsherrschaft! Keine Macht dem Geld!“

Regine Hildebrandt (*1941, †2001), dt. Politikerin (Sozialministerin), Brandenburg

 

...aber ich denke, Regionalisierung ist ganz wichtig. Das Leben passiert nicht global, sondern in der Region und für die Region. Da muss man sich überlegen, wie man mit den Problemen fertig wird, wie man Leben gestaltet. Also praktisch: regionale Entwürfe für wirtschaftliche Zusammenarbeit.“

Regine Hildebrandt (*1941, †2001), dt. Politikerin (Sozialministerin), Brandenburg, "Die Musike passiert in der Region" in Contraste Nr. 190/191, 2000

 

Heute ist sich das Kleinbürgertum - die Mitte der Mittelklasse - in keiner Weise der Unterdrückung bewusst, der es ausgesetzt ist... Die wirtschaftliche Realität der Ungleichheit führt nicht zu einer kollektiven politischen Widerstandsbewegung, sondern erzeugt vielmehr ein Gefühl individuellen Versagens, von persönlicher Unzulänglichkeit. Die Menschen stellen nicht Fragen über die Ungerechtigkeit des Wirtschaftssystems, sondern sie rätseln, was sie als Person falsch gemacht haben. In dieser Hinsicht sollten die USA ein warnendes Beispiel für Europa sein.“

Richard Sennett (*1943), US-amerikan. Soziologe, Das Parlament 5/2003

 

Wir sind das Ziel von Terroristen, weil unsere Regierung fast weltweit für Diktatur, Sklaverei und Ausbeutung steht. Wir sind das Ziel der Terroristen, weil wir gehasst werden. Und wir werden gehasst, weil unsere Regierung hassenswerte Taten begangen hat. In wie vielen Ländern haben die Vertreter unserer Regierung Führer, die von der Bevölkerung gewählt waren, abgesetzt und durch Militärdiktaturen ausgetauscht, die nichts anderes als Marionetten und bereit waren, ihre eigenen Bürger an amerikanische Großkonzerne zu verkaufen?... Der Hass, den wir säten, ist zurückgekommen.“

Robert Bowman, Erzbischof der Vereinigten Katholischen Kirche der USA

 

Da die Hochfinanz ihre Kapitalmacht auch diesmal gewiss nicht verlieren will, ist es nur allzu naheliegend das sich dieser Ablauf auch diesmal so vollziehen soll ! Aus diesem Grunde wehrt sich die Finanzlobby so vehement gegen die nationale wie internationale Implementierung des "Glass-Steagall-Acts"!“

Robert H. Hamphill, Kredit Manager, Atlanta Federal Reserve Bank (1935)

 

Wir sind vollständig abhängig von den Banken. Jemand muss jeden einzelnen Dollar, der im Umlauf ist, egal ob in bar oder elektronisch, leihen. Wenn die Banken ausreichend künstliches Geld herstellen, dann sind wir reich, wenn nicht verhungern wir. Wir haben kein stabiles Geldsystem. Wenn man das Bild im Ganzen erfasst, ist die tragische Absurdität unserer hoffnungslosen Position regelrecht unglaublich, aber sie ist wahr. Das ist das allerwichtigste Thema, dem sich intelligente Menschen überhaupt widmen können. Es ist derartig wichtig, dass unsere ganze Zivilisation zusammenbrechen könnte, wenn die Wahrheit nicht allgemein bekannt wird und die Missstände nicht wirklich schnell angegangen werden.“

Robert H. Hamphill, Kredit Manager, Atlanta Federal Reserve Bank, http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/wirtschaft-und-finanzen/best-of-griffin-sieben-dinge-die-sie-unbedingt-u.html

 

Es ist ein erschütternder Gedanke: Wir sind vollkommen abhängig von den Banken. Jemand muss jeden Dollar, der im Umlauf ist, Bar oder nicht, leihen. Wenn die Banken reichlich künstliches Geld herstellen, herrscht Wohlstand. Wenn nicht, verhungern wir. Wir haben absolut kein nachhaltiges Geldsystem. Sobald man einen Blick auf das gesamte Bild wirft, erscheint die tragische Absurdität unserer hoffnungslosen Lage unglaublich, aber so ist es.“

Robert H. Hemphill, Kreditmanager der Federal Reserve Bank Atlanta (Georgia, USA), Film "Money as Debt" (Paul Grignon)

 

Es ist ein Hohn: Im glorreichen 19. Jahrhundert der Industrialisierung erreichte der Lebensstandard gerade einmal wieder das Niveau des hohen Mittelalters, ohne auch nur im entferntesten an dem spätmittelalterlichen Standard des 15. Jahrhunderts heranzukommen. Die gesamte Geschichte des Frühkapitalismus ist durch einen steilen Absturz des Lebensniveaus gekennzeichnet. Dabei haben wir es mit einem gerade zur ersten Weltmacht aufgestiegenen Land und mit einem bessergestellten Handwerker zu tun. Um wie viel tiefer muss der soziale Absturz infolge der Modernisierung für einfache Tagelöhner und für periphere Länder gewesen sein. Selbst heute noch liegt das Lebensniveau in vielen Ländern der Dritten Welt weit unter dem ihrer vorkolonialen und vorkapitalistischen Geschichte.“

Robert Kurz (*1943), dt. Publizist und Journalist, in "Schwarzbuch Kapitalismus" (1999)

 

Die Macht der zwei großen Rating-Agenturen verursacht „mulmige Gefühle“. Niemand am internationalen Kapitalmarkt ist so einflussreich wie die zwei privaten amerikanischen Ratingagenturen Moody's und S&P. Ihre Noten dirigieren die Kapitalströme und bestimmen faktisch die Zinssätze für einzelne Schuldner.“

Robert von Heusinger (*1967), dt. Journalist, Kapitalmarktkorrespondent für "Die Zeit", "Wer gibt Deutschland noch Kredit" in Die Zeit 52/2002

 

Das Zentralbanksystem ist prinzipiell nicht mit unserer Verfassung und einer freien Marktwirtschaft in Einklang zu bringen.“

Ron Paul (*1935), US-amerik. Arzt und Politiker, Abgeordneter im Repräsentantenhaus, http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/geostrategie/ron-paul/qe2-us-notenbank-auf-verlorenem-posten-.html 21.11.2010

 

In dem kapitalistischen System steckt ein Rechenfehler. Die Kapitalisten können nicht rechnen. Das ist die ganze Wahrheit. Wenn sie rechnen könnten, würden sie wissen, dass keine Wirtschaft andauernd Zins und Zinseszins zahlen kann.“

Ron Paul (*1935), US-amerik. Arzt und Politiker, Abgeordneter im Repräsentantenhaus, in "Wann kommt der Staatsbankrott" (1982)

 

Wohlgemerkt: Staatliche Kreditaufnahme ist kein Selbstzweck. Aber wenn ... das Kapitalangebot aus privaten Ersparnissen steigt, gleichzeitig die Kapitalnachfrage ... der Unternehmen wegen der schwachen Investitionsneigung gering bleibt, dann muß der Staat das am Markt anstehende Kapitalüberangebot aufnehmen, weil anderenfalls eine deflationäre Wirtschaftsentwicklung einsetzen würde.“

Rüdiger Pohl, Wirtschaftswissenschaftler, Mitglied des Sachverständigenrats, Die Zeit 11.12.1987

 

Während sich das Nettoeinkommen der Bundesbürger in den letzten 25 Jahren vervierfacht hat, stieg die Sparquote ... um den Faktor 8. Das private Geldvermögen ... wuchs um den Faktor 16. Bereits Anfang dieser Dekade wird das private Geldvermögen die 3-Billionen-DM-Grenze überschreiten und sich bis zum Jahr 2000 auf ca. 5 Billionen DM hinaufkatapultiert haben.“

Rüdiger Szallies, Geschäftsführer der Gesellschaft für Konsumforschung, Sparkasse (1991)

 

Diese Wertanpassung ist von der derzeitigen Bundesregierung seit dem Jahr 2000 versprochen, aber noch kein einziges Mal durchgeführt worden. Die Pensionen haben dadurch innerhalb von nur fünf Jahren real bereits acht Prozent an Wert verloren.“

Rudolf Edlinger, www.hostmaster.org

 

Es gibt heute etwas höchst unnatürliches in der sozialen Ordnung. Das besteht darin, dass das Geld sich vermehrt, wenn man es bloß hat. Man legt es auf eine Bank und bekommt Zinsen. Das ist das unnatürlichste, was es geben kann. Es ist eigentlich ein bloßer Unsinn. Man tut garnichts, man legt sein Geld auf die Bank, das man vielleicht auch nicht erarbeitet hat, sondern ererbt hat, und bekommt Zinsen.“

Rudolf Steiner (*1861, †1925), österr. Pädagoge und Philosoph, Begründer der Anthroposophie

 

Sie wissen ja, daß es Zeiten gegeben hat, in denen das Zinsnehmen für Geliehenes als unmoralisch galt. Und es galt nur als moralisch, zinslos zu leihen.“

Rudolf Steiner (*1861, †1925), österr. Pädagoge und Philosoph, Begründer der Anthroposophie

 

Der grössere Teil der Menschheit wird seinen Einfluss von Amerika, von dem Westen herüber haben, und der geht einer anderen Entwicklung entgegen, die heute sich erst in den idealistischen Spuren, gegenüber dem, was da kommt, in sympathischen Anfängen zeigt. Man kann sagen: Die Gegenwart hat es noch recht gut, gegenüber dem was da kommen wird, wenn die westliche Entwickelung immer mehr und mehr ihre Blüten treibt. Es wird gar nicht lange dauern, wenn man das Jahr 2000 geschrieben haben wird, da wird nicht ein direktes, aber eine Art von Verbot für alles Denken von Amerika ausgehen...“

Rudolf Steiner (*1861, †1925), österr. Pädagoge und Philosoph, Begründer der Anthroposophie (1916)

 

Auf dem Grund und Boden werden Objekte des Wirtschaftsprozesses gewonnen durch menschliche Tätigkeit. Aber der Grund und Boden ist als solcher kein Objekt des Wirtschaftsprozesses... Der Boden selber, der ist nicht Ware, sondern Waren entstehen auf ihm... Grund und Boden kann nicht produziert werden, er ist also von Anfang an keine Ware.“

Rudolf Steiner (*1861, †1925), österr. Pädagoge und Philosoph, Begründer der Anthroposophie, in Vorträgen (1919/1920)

 

 

 

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