Donnerstag, 21 Januar 2016 17:20

Selbstsicherheit und Selbstschutz

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(sd) Selbstschutz Training! Ich glaube wir wussten alle nicht so ganz was uns erwartet. Selbstverteidigung. Das ist bekannt, ein paar Techniken, wie man jemanden los wird, wie man sich aus einem Griff befreit, und was so die Tricks sind, die man drauf haben sollte wenn man des Nachts alleine unterwegs ist. Aber Selbstschutz?

Sebastian, unserem Selbstschutz-Trainer dieses Wochenende und ein altgesottener Steinschleuderer, sieht man an, dass er diesen Schutz schon lange nicht mehr braucht. Mit Aggressionen hat er sich lange beschäftigt meinte er. Mit psychisch stark Gestörten Menschen. Wobei ich glaube dass wir im Thema Aggression vielleicht alle etwas gestört sind. Ich zumindest bin es.

Wir redeten nicht lange sondern begannen gleich mit ein paar praktischen Übungen draußen. Es war eigentlich schon dunkel draußen und irgendwann hat es auch angefangen kurz zu regnen. Aber irgendwie hat uns das alle nicht so wirklich beeindruckt. Viel beeindruckender waren wir. Alle zusammen und jeder für sich. Voll bei seinem Selbst. Auch wenn wir mit Partnern zusammen gearbeitet haben, ging es doch um das Ich. Um die Grenzen dieses Ichs. Nachdem die anfängliche Ungemütlichkeit, auf den anderen einzuschlagen, der das zwar vollkommen OK fand aber doch irgendwo Partner und schon Freund geworden war, überwunden war, spürte man die Grenze. Die Grenze bei sich selbst. Ich persönlich kannte sie nicht, und war sehr beeindruckt und irgendwo sehr schockiert darüber. Viel zu wenig lerne ich zumindest in meinem Alltag mit der Lebensenergie der Aggression umzugehen (Mit meiner eigenen Aggression!) und kann diese somit natürlich auch nicht auf Abruf hervor zaubern, geschweige denn so richtig steuern. Genau das ist Sebastians Ziel gewesen. Diese Aggression bewusst zu machen. Sie zu kennen, und somit eine Energie von sich selbst zu kennen, diese steuern und lenken zu können.
Ich glaube für uns alle gingen die eineinhalb Stunden in der kalten, nassen Dunkelheit wie im Flug vorbei. Das Gespräch im Nachhinein, gemütlich in unserer warmen Sofaecke, doch alle völlig erschöpft, körperlich wie psychisch nach diesem Training, war sehr verbindend und interessant. Die lustige Erzählart von Sebastian hat uns dann noch für einige Stunden furchtbar gut unterhalten. All die spannenden Anekdoten ließen uns die Aggression so wieder ins hintere Gehirn bugsieren und erst am nächsten Morgen, bei der zweiten Phase des Selbstschutz Trainings, welches ähnlich wie das erst aufgebaut war, kam es diesmal reflektierter und vorbereiteter zum Ausdruck. Es war ein sehr schönes Erlebnis, aus dem wir, denke ich, alle etwas für uns und unseren Weg mitgenommen haben. Und so schnell kann uns jetzt keiner mehr angreifen ohne unverletzt den Konflikt zu verlassen.. ;)

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