Resilienz

Die Resilienz von Ökosystemen bezeichnet deren Fähigkeit, Störungen zu tolerieren, ohne dass das System so zusammenbricht, dass sich langfristig ein qualitativ veränderter Systemzustand einstellt, der von einer Vielzahl anderer Prozesse geregelt wird.

Resilienz wird auch synonym für Elastizität ökologischer Systeme genutzt. Elastizität (engl. elasticity) ist ein Maß für die Geschwindigkeit, mit der ein Ökosystem, das von einer Störung ausgelenkt wurde, in seinen Ausgangszustand zurück kehrt.

Raubbau an Wäldern hinterlässt meist ökologisch verarmte, oft versteppte, verkarstete Gebiete ohne die Kraft zur Selbstregeneration. Man spricht dann auch vom Raubbausyndrom. Die Resilienz kann auch mit der Unterschreitung einer Mindestvielfalt an Arten verloren gehen.

Einzelne Ökosysteme, z. B. bereits stark überweidete Savannen können sehr resilient sein, d.h. sie ertragen eine hohe Anzahl und Stärke an Störungen (z.B. Feuer, etc.), ohne in einen anderen Systemzustand überzugehen, der von anderen 'langsamen' Variablen bestimmt wird. Dieser Zustand hat somit eine recht hohe Selbstregeneration, im Sinne, dass er sich selbst auch bei hohen Störungsintensitäten erhält bzw. wieder neu einstellt. Im Gegensatz zu einer nicht überweideten Savanne kann eine stark überweidete Savanne daher resilienter sein.

Welchen Zustand man als wertvoll erachtet, beruht auf menschlicher Wertzuschreibung und kann nicht durch ökologische Erkenntnis allein bestimmt werden. Resiliente Ökosystemzustände können daher nicht per se als 'gut' oder nützlich angesehen werden (vgl. Problemkomplex Naturbewertung - gesellschaftliche Leitbilder; vgl. Savannenbeispiel). Allerdings ist die Resilienz immer dann eine positiv bewertete Eigenschaft, wenn der Ausgangszustand des Ökosystems positiver bewertet wird als längerfristig stabile alternative Systemzustände.

 

Quelle: Wikipedia