Vorsorge

Das Sprichwort bzw. die Erfahrung „Vorsicht ist besser als Nachsicht“ (engl.: "Better safe than sorry") kann bei der Entwicklung des Vorsorgeprinzips Pate gestanden haben. Wann und wo das Vorsorgeprinzip erstmals angewendet wurde, ist unbekannt; hier spielt auch die Frage der Definition eine Rolle.

Betrachtet man Vorsorge unter dem Blickwinkel der Nachhaltigkeit, also die Vorsorge für die nachkommenden Generationen, reichen die dokumentierten Anfänge bereits bis ins Ende des 18. Jahrhunderts zurück. 1804 schrieb Oberforstmeister Georg Ludwig Hartig: „Jede weise Forstdirektion muss die Waldungen … so zu benutzen suchen, dass die Nachkommenschaft ebenso viel Vorteil daraus ziehen kann, als sich die jetzt lebende Generation zueignet …“.

Einzug in die Politik hielt das Vorsorgeprinzip Anfang der 1970er Jahre. 1971 wurde es im ersten Umweltprogramm der Bundesregierung als zentrales umweltpolitisches Handlungsprinzip festgelegt. Seit den 1980er Jahren findet das Vorsorgeprinzip zunehmend Eingang in die internationale Umweltpolitik. So wurde es in der von der UN-Generalversammlung beschlossenen Weltcharta für die Natur (Erdcharta) von 1982 aufgenommen. Des Weiteren ist es im Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft von 1992 sowie in der Rio-Deklaration zu Umwelt und Entwicklung (Agenda 21) von 1992 enthalten. Auch die neue EU-Chemikalienpolitik führt in der Verordnung EG Nr.1907/2006 (REACH-VO) im Artikel 1 (Ziel und Geltungsbereich ) aus, dass den Bestimmungen der REACH-VO das Vorsorgeprinzip zugrunde liegt.

 

Quelle: Wikipedia