Jeder Mensch übt allein schon durch die Tatsache seiner Existenz immer einen Einfluss auf das Leben aller anderen Menschen aus. Dabei ist es gleichgültig, wie alt er ist, welchem Beruf er nachgeht oder welchen Grad gesellschaftlichen Ansehens er genießt. Er lebt und sein Leben ist durch alle seine Handlungen, durch seine Bedürfnisse, Gaben und Verbräuche mit dem Leben anderer Menschen verwoben.

Rudolf Steiner (1861-1925) hat in seinem umfassenden Lebenswerk auch zahlreiche Anregungen für ein anderes Wirtschaftssystem geliefert. Dazu gehört die so genannte Dreigliederungsidee, die auch einen anderen Umgang mit Geld anregt. Dazu gehört auch ein Modell der Abzinsung, in dessen Zusammenhang Rudolf Steiner vom "rostenden Geld" spricht. Damit wollte er den Geldumlauf anregen und spekulativen Interessen (Zinsgewinnen) entgegenwirken. Geld bekommt durch die Abzinsung die Eigenschaft des Alterns, wie sie beispielsweise verderblichen Waren zu eigen ist und die eine Wertminderung bewirkt. Rudolf Steiner hat - zu Recht - darauf hingewiesen, dass es absurd ist, dass Geld nicht altern, also wertloser werden kann, sondern geradezu das Gegenteil der Fall ist (scheinbare Wertsteigerung durch spekulative Gewinne). Die wichtigsten Ausführungen zum Thema "Geld" finden sich in Rudolf Steiners "Nationalökonomischem Kurs" und dem dazugehörigen "Seminar". Als Bank arbeiten die GLS-Bank und die Triodos-Bank seit Jahrzehnten erfolgreich auf der Grundlage der Ideen Rudolf Steiners.