Dank dem Einsatz von mutigen Querdenkern mit ihren Frühwarnungen und begeisterten Aktivisten ist viel erreicht auf dem Weg zu nachhaltigeren Gestaltungen. Doch wie sieht es aus mit dem Lernen, dass der Eifer für nachhaltiges Gestalten selbst nachhaltig wirken kann?

Weit mehr als 4.000 Systeme zur Handhabung komplementärer Währungen sind inzwischen weltweit entstanden. Von sehr großen Systemen, wie dem WIR-Verrechnungsring bis hin zu kleinen nachbarschaftlich organisierten Tauschringen reicht die Bandbreite. Dabei haben sich die unterschiedlichsten Währungsarten entwickelt. Schon äußerlich betrachtet finden sich rein digitale Verrechnungseinheiten, Wertgutscheine oder auch das gute alte Warengeld. Doch sind solche Äußerlichkeiten wirklich maßgebend für die Qualität eines Geldsystems?

Wenn an verschiedenen Orten der Welt bereits über 4.000 nicht staatliche Währungssysteme existieren, wenn Tauschringe und Barterverbünde sich immer weiter ausbreiten, dann zeichnet sich der partielle Abschied vom bisher gewohnten Geldsystem unverkennbar ab. Das Ende einer Zeit scheint eingeläutet, in der mit einem an sich neutralen, vollkommen wertlosen Tauschmittel die größten Ungerechtigkeiten hervorgerufen und erhalten werden konnten.

Bemerkenswert ist, dass jeder x-beliebige Gegenstand zum Zahlungsmittel werden kann, wenn es Menschen gibt, die sich darauf verständigen. An die Stelle eines Tausches von Ware gegen Ware (Mehl gegen Wurst z.B.) tritt die Vereinbarung, in einem Verbund von darauf verabredeten Menschen Knöpfe als gemeinsame Währung zu verwenden. Wenn es sichergestellt ist, dass mehr als zwei Handelspartner die Knöpfe als Zahlungsmittel akzeptieren, ist eine komplementäre Währung entstanden.

Rudolf Steiner (1861-1925) hat in seinem umfassenden Lebenswerk auch zahlreiche Anregungen für ein anderes Wirtschaftssystem geliefert. Dazu gehört die so genannte Dreigliederungsidee, die auch einen anderen Umgang mit Geld anregt. Dazu gehört auch ein Modell der Abzinsung, in dessen Zusammenhang Rudolf Steiner vom "rostenden Geld" spricht. Damit wollte er den Geldumlauf anregen und spekulativen Interessen (Zinsgewinnen) entgegenwirken. Geld bekommt durch die Abzinsung die Eigenschaft des Alterns, wie sie beispielsweise verderblichen Waren zu eigen ist und die eine Wertminderung bewirkt. Rudolf Steiner hat - zu Recht - darauf hingewiesen, dass es absurd ist, dass Geld nicht altern, also wertloser werden kann, sondern geradezu das Gegenteil der Fall ist (scheinbare Wertsteigerung durch spekulative Gewinne). Die wichtigsten Ausführungen zum Thema "Geld" finden sich in Rudolf Steiners "Nationalökonomischem Kurs" und dem dazugehörigen "Seminar". Als Bank arbeiten die GLS-Bank und die Triodos-Bank seit Jahrzehnten erfolgreich auf der Grundlage der Ideen Rudolf Steiners.

 

 

Leider bin ich erst durch den GAU in Fukushima innerlich wie äußerlich wieder in Bewegung gekommen. Zurückgreifend auf politische Erfahrungen in den 80er und 90er in Essen mit Aktivitäten bei Jungen Grünen, Jungdemokraten/Junge Linke, bei der Antifa, im Freiraum für poltische Bildung, in grünen und linken hochschulpolitischen Gruppen, habe ich mich seit letztem Jahr verstärkt mit Ökologie und Ökonomie und Alternativen zum Kapitalismus beschäftigt. Dies versuche ich bei "Langenberg im Wandel" zu thematisieren und um zu setzen (Regiogeld, Energiewende).

www.langenberg-im-wandel.de

www.deilbachblueten.de