Info3 ist das unabhängige Monatsmagazin zu den Ideen Rudolf Steiners im Dialog mit wichtigen geistigen Gegenwartsströmungen.

Die Zeitschrift entstand im Jahr 1976. Damals wurde ein einfaches Info-Organ für die aufkommenden Initiativen der sozialen Drei-Gliederung benötigt – “Info3″“ war geboren. Das äußerlich unscheinbare Blatt erschien ursprünglich dreisprachig und wurde unter Regie von Ramon Brüll in Amsterdam herausgegeben.

In den 1980er Jahren nach Berlin und später nach Frankfurt übergesiedelt, prägte Info3 als kritische und modernisierende Begleiterin zentrale Debatten innerhalb der anthroposophischen Bewegung und galt als deren unabhängiges und liberales Sprachrohr. Seit Mitte der 1990er Jahre steht unter der Chefredaktion von Jens Heisterkamp die Entwicklung von Info3 zu einem journalistisch und stilistisch anspruchsvollen Magazin im Vordergrund, das sich dem interspirituellen Dialog öffnet.

Der folgende Text, der erstmals ein Jahr nach der Lehman-Pleite veröffentlicht wurde, schließt in freier Weise und ohne Anspruch auf vollständige Wiedergabe an Ausführungen an, die Harald Spehl und Udo Herrmannstorfer bei einem Seminar in Ins bei Bern am 5. und 6. September und bei anderen Gelegenheiten gemacht haben. Eingeflossen ist auch eine Darstellung des Themas von Christoph Strawe beim Institute for Social Banking am 12.03.2009 in Bochum.

Ein Abend irgendwo, irgendwann. Der Arbeitstag ist vorüber und auf dem Heimweg kommt Emil an seiner Lieblingskneipe vorbei. Es ist noch genügend Zeit, für ein Bierchen einzukehren. Die Gastwirtschaft ist gut besucht, an den Tischen sitzen zahlreiche Menschen, reden, lachen, gestikulieren. Emil sieht sich um. Er sieht an einigen Tischen, am Tresen und draußen vor den geöffneten Fenstern ein paar freie Plätze. Links neben dem Display für die kostenlosen Postkarten, am Tresen, gegenüber der Zapfanlage nimmt Emil Platz. Er kennt die beiden dort stehenden Männer aus dem Sportverein. Sie begrüßen einander und beginnen sich über die üblichen Fragen auszutauschen. Wie war der Tag? Was ist zur Verletzung des Mittelfeldspielers zu sagen, der am kommenden Wochenende nicht spielen kann? Wie geht es den Kindern? usw.

Rudolf Steiner (1861-1925) hat in seinem umfassenden Lebenswerk auch zahlreiche Anregungen für ein anderes Wirtschaftssystem geliefert. Dazu gehört die so genannte Dreigliederungsidee, die auch einen anderen Umgang mit Geld anregt. Dazu gehört auch ein Modell der Abzinsung, in dessen Zusammenhang Rudolf Steiner vom "rostenden Geld" spricht. Damit wollte er den Geldumlauf anregen und spekulativen Interessen (Zinsgewinnen) entgegenwirken. Geld bekommt durch die Abzinsung die Eigenschaft des Alterns, wie sie beispielsweise verderblichen Waren zu eigen ist und die eine Wertminderung bewirkt. Rudolf Steiner hat - zu Recht - darauf hingewiesen, dass es absurd ist, dass Geld nicht altern, also wertloser werden kann, sondern geradezu das Gegenteil der Fall ist (scheinbare Wertsteigerung durch spekulative Gewinne). Die wichtigsten Ausführungen zum Thema "Geld" finden sich in Rudolf Steiners "Nationalökonomischem Kurs" und dem dazugehörigen "Seminar". Als Bank arbeiten die GLS-Bank und die Triodos-Bank seit Jahrzehnten erfolgreich auf der Grundlage der Ideen Rudolf Steiners.