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Sonntag, 02 Januar 2011 09:38

Armin und Cristian Feike: Nachhaltigkeit leben (Investinlife GmbH)

geschrieben von 

 

Peter Krause: Mit eurer Firma, der Investinlife GmbH engagiert ihr euch für nachhaltige, „grüne“ Geldanlagen. Das hat sicherlich neben der geschäftlichen, eine sehr idealistische Komponente, was euer eigenes Tun anbelangt. Beginnen wir unser Gespräch darum mit Persönlichem. Warum seid ihr überhaupt in einem solchen Beruf gelandet? -: Armin, ich weiß in deinem Fall ja, dass du vorher auch andere Dinge in deinem Leben gemacht hast. Du hast eine Weile im sozialen Bereich gearbeitet und ich vermute, dass auch dort der Idealismus entstanden ist, den man heute bei dir erleben kann, wenn du über grüne Anlageformen sprichst.

 

Armin Feike: Ich habe nach einer kaufmännischen Ausbildung zunächst Wirtschaft studiert, was ja direkt mit dem Beruf zu tun hat, den ich heute ausübe. Aber der Zivildienst führte mich damals für fast 10 Jahre in die Sozialarbeit, was natürlich seine Spuren hinterlassen hat. Später kam ich zu den Finanzdienstleistungen. Zu Beginn arbeitete ich für ein ganz konventionelles Unternehmen. 2001 hat mich dann meine ehemalige Chefin, die mich seit Jahren kannte, bei der Versiko AG, einem Pionier in der Ökofinanzbranche, als Führungskraft empfohlen. Von 2001 bis Ende 2007 war ich dort Vertriebsleiter und habe in dieser Funktion meine Neffen und heutigen Mitgesellschafter Christian und Stefan Feike ins Unternehmen geholt. Aus dem Wunsch heraus wirklich unabhängig beraten und als echte Makler agieren zu können, entstand die Motivation bei uns Dreien, die Investinlife GmbH zu gründen, die unserer Meinung nach gelungene Symbiose von Ökonomie und Ökologie in der Finanzdienstleisterbranche. Wir und unsere Kunden teilen die, wenn man so will, idealistische Überzeugung, dass es eine gesunde Wirtschaft nachhaltig, d.h. hier langfristig, nur in einer gesunden Umwelt geben kann.

Christian Feike: Ich habe ursprünglich Medienwissenschaften studiert und 2000 meinen Magister gemacht - insbesondere nach dem Platzen der Internetblase eine recht brotlose Kunst. Dann sprach mich Armin an, erzählte von dem, was er beruflich tat und schlug vor, bei ihm als Berater zu beginnen. Ich zögerte erst, sagte ihm, dass ich doch kein Versicherungsvertreter, kein Klinkenputzer bin. Ich hatte da so meine Vorstellungen, meine Vorurteile, aber Armin ließ nicht locker und sagte, ich solle mir das doch einfach mal ansehen. Na ja, der Versuch konnte nicht schaden. Das Thema nachhaltiges, grünes Geld hat mich dann recht schnell gepackt. So kam ich in diese Sparte, lernte das Beratungs-Handwerk von der Pike auf und bin heute froh über meinen verantwortungs- und sinnvollen Beruf und den Weg, den ich gegangen bin. - Die Kombination von Geld und Grün ist einfach sexy!

PK: Da ist also jemand, der sich an euch wendet, weil er Geld anlegen will, und ihr fragt ihn dann danach, ob er es nicht in grüne Anlageprodukte investieren will?

AF: Ja genau, verkürzt kann man das so sagen. – Aber es gilt erst einmal genau den Bedarf des Kunden zu definieren: wofür und wann im Leben braucht er welche finanziellen Mittel? Was hat er schon auf den Weg gebracht.

Dann erstellen wir zusammen mit dem Kunden einen Anforderungskatalog, der die wichtigsten Fragen berücksichtigt, die gestellt werden müssen, bevor wir überhaupt Produkte auswählen und empfehlen können. Wie sind die Renditeerwartungen des Kunden, wie seine Risikobereitschaft und sein Sicherheitsbedürfnis, wie ist sein zeitlicher Anlagehorizont? Bis hierhin sollte dieses Vorgehen die Grundlage einer jeden professionellen Finanz- und Vorsorgeberatung sein. – Wir erfüllen dies und gehen einen Schritt weiter: Wir fragen den Kunden, ob Nachhaltigkeit und Ökologie etwas für ihn bedeuten und wenn ja, was genau und ob wir diese Werte und Kriterien bei seiner Geld- und Kapitalanlage mit berücksichtigen sollen.

PK: Ist die Frage bei Euren Kunden nicht überflüssig?

CF: Ja, im Prinzip hast Du da Recht, aber Vielen ist es noch nicht bewusst oder auch nicht bekannt, dass sie wie beim Kauf von Lebensmitteln auch beim Sparen und Anlegen von Geld nachhaltig, ökologisch und ethisch agieren können.

Sie wenden sich einfach an die Sparkasse um die Ecke oder den Versicherungs-Freund vom Schützenverein, wenn sie Geld anlegen oder fürs Alter vorsorgen wollen. Da ist dann natürlich nicht das Wissen über nachhaltige Kapitalanlagen verfügbar. Dann kann es passieren, dass man ohne es zu wollen und zu wissen z.B. in Rüstungsunternehmen investiert ist und sich so an der Produktion von AntiPersonenminen beteiligt.

Wir hingegen bündeln über 24 Jahre Erfahrung auf dem Gebiet grüner Kapitalanlagen und kennen diesen Markt sehr genau.

Wer sich auf die Schnelle beraten lässt, zieht meist den Kürzeren. Wir beraten Sie auf lange Sicht. Denn wir möchten, dass Sie langfristig etwas von Ihrer Anlage haben. Im persönlichen Gespräch erörtern wir die entscheidenden Fragen – zum Beispiel: In was würden Sie gerne investieren? - und in was auf keinen Fall? Welche Kriterien (Ökologisch, ethisch und sozial) spielen die Hauptrolle? Und welchen Beitrag möchten Sie im Alter ungefähr zur Verfügung haben?“

Quelle: www.investinlife.de

 

PK: Gibt es eigentlich auch eine grüne Rente? Kann man sein Geld so sparen bzw. anlegen, dass dann hinterher die Rente aus ökologisch sinnvollen Quellen gezahlt wird?

CF: Ein eindeutiges Ja! Es gibt diese Möglichkeit. Von der sogenannten Rürup-oder Basisrente, über die Riesterrente und alle Durchführungswege der betrieblichen Altersvorsorge bis hin zu allen Formen der privaten Vorsorge können wir für den Kunden grüne Lösungen anbieten. Dies gilt sowohl für Versicherungen als auch für Kapitalanlagen.

PK: Kann man denn staatliche Förderungen oder vielleicht steuerliche Vorteile dafür bekommen, wenn man sein Geld grün investiert?

AF: Ja, auch bei den nachhaltigen Anlageformen hat der Sparer Anspruch auf alle möglichen Zulagen und Steuervorteile. Als Besonderheit gibt es für Kapitalanlagen im Bereich der erneuerbaren Energien die garantierten Einspeisevergütungen.

PK: Nun interessiert mich natürlich, wer eigentlich eure Kunden sind? Kommen die aus allen Bevölkerungs- und Bildungsgeschichten?

CF: Auffallend ist, dass viele unserer Kunden selbst für Nachhaltigkeit engagiert sind oder in diesem Bereich ihr Geld verdienen. Zum Beispiel der Heizungsbauer, der sich auf Pellets- und Solarthermische-Anlagen spezialisiert hat. Der nimmt in seinem eigenen Beruf wahr, welche Bedeutung der grüne Bereich hat und dass dieser Markt wächst. Der hat dann sozusagen von Haus aus eine Affinität zum Thema und will eben diese grünen Märkte in seiner eigenen Vorsorge wiederfinden. Natürlich gilt das dann auch für die Versorgung, sprich Betriebsrenten, seiner Mitarbeiter.

Eine gute Rendite allein reicht vielen Anlegern heute nicht mehr. Diese wollen wissen, was mit ihrem Geld passiert. Kein Wunder, dass grünes Investment zunehmend gefragt ist. Inzwischen haben sich Begriffe wie Ökolebensversicherung, Ökorente und grüne Altersvorsorge in der Finanzwelt fest etabliert.“

 

Quelle: www.investinlife.de

 

AF: Insgesamt sind es vor allem Akademiker und Selbständige, die zu uns kommen. Natürlich auch viele Familien, denn oft ist es die Geburt der Kinder, die den Anlass gibt, über den eigenen Tellerrand hinaus in die Zukunft zu blicken und sich auch Gedanken über das bewusste Anlegen von Geld zu machen.

PK: Wo geht die Reise hin, wenn man sich mal versucht vorzustellen, was in den nächsten zehn bis fünfzehn Jahren geschieht? Wird der Anteil an nachhaltigen/ökologischen Investments zunehmen? Der Klimawandel erfordert doch sehr rasche Entwicklungen. Was erwartet ihr diesbezüglich?

AF: Ganz klar werden die nachhaltigen Produkte die besseren Chancen und Positionen im Markt haben. Es wird darauf ankommen, wie umweltverträglich etwas ist, was ich benutze. Nimm doch mal allein die Tatsache, dass die Vorräte an Erdöl begrenzt sind und immer weniger verfügbar sind. Insofern wird es in Zukunft sehr teuer sein, ein Auto zu fahren, das viel Sprit verbraucht. Das wiederum schmälert die Chancen, solche Autos verkaufen zu können. Gleichzeitig wird der Marktanteil für solche Autos dramatisch wachsen, die entweder nur sehr wenig Sprit verbrauchen oder sogar keinen. Firmen, die ökologisch sinnvoll handeln, werden die deutlich besseren Renditen erwirtschaften und insgesamt stabiler im Markt stehen, als solche Firmen, die das nicht tun. Da bin ich mir ganz sicher. Es ist wie damals mit Microsoft: Das war eine revolutionäre Idee und alle, die in diese Firma investiert haben, haben sehr viel Geld verdient. So wird das auch mit nachhaltigen Kapitalanlagen sein, mit denen Anleger bereits jetzt gute Renditen erzielen. - Umwelttechnik ist der grüne Boom, der in die Zukunft trägt.

Wir sind der Überzeugung, dass wir Verbraucher eine große Macht haben. Durch bewussten Konsum können wir Produktentwicklungen positiv beeinflussen und damit auch die Auswirkungen auf das globale Klima. Deshalb setzen wir in unserem Unternehmen konsequent aus Nachhaltigkeit.“

Quelle: www.investinlife.de

 

PK: Ist die Performance der grünen Unternehmen heute schon deutlich besser als die der konventionellen Firmen oder wird das erst in Zukunft so sein?

CF: Das Wachstum ist rasanter. Dazu nur ein Beispiel: Im Jahr 2009 arbeiteten allein in Deutschland 340.000 Menschen im Bereich der erneuerbaren Energien. Das sind mehr als 11 mal so viel wie im Bereich der Kernenergie.

AF: Nach einer Roland-Berger Studie aus 2007 wird der Bereich Umwelttechnologien mit jährlich 8% wachsen und die Branchen Maschinen- und Fahrzeugbau noch in dieser Dekade bis 2020 als Leitmarkt überflügeln und ablösen.

CF: Und das ist nur der deutsche Markt! Meiner Meinung nach befinden wir uns mitten in einer grünen Globalisierung. Es sind gerade die Schwellenländer, die hier die Wachstumsmotoren sind.

China oder Indien zum Beispiel tun da viel mehr, als man allgemein glaubt. Die haben mit einer gewaltigen Entwicklung der Bevölkerung zu tun. Milliarden von Menschen wollen Ihre wachsenden Bedürfnisse befriedigen. Nun stellt sich die Frage, wie das bei begrenzten Ressourcen bewerkstelligt werden kann. Beide Nationen setzen sehr stark auf grüne Technologien, denn sie wissen sehr gut, dass es in Zukunft anders nicht gehen wird.

China ist sehr stark in der Solartechnik, Indien im Bau von Windkraftanlagen. Die Schwellenländer werden bezüglich der Nutzung erneuerbarer Energien in Zukunft eine zentrale Rolle spielen. Das ist sicher!

PK: Also definitiv ein Wachstumsmarkt! Aber wie hoch ist der Anteil grüner Anlagen in Deutschland im Verhältnis zum gesamten Marktvolumen?

AF: Zurzeit gerade einmal zwei Prozent; In Großbritannien immerhin schon vier und in den USA elf Prozent. Also: Hier haben wir einen erheblichen Nachholbedarf und entsprechendes Wachstumspotential.

PK: Ihr habt euer Investinlife-Konzept so aufgebaut, dass es sich über ein Franchisemodell verbreiten kann und soll.

AF: Das ist richtig. Es gibt viele erfolgreiche Franchiseunternehmen in vielen Branchen. Wenn jemand ein Unternehmen gründen, sich mit einer Geschäftsidee selbstständig machen will, dann hat er es mit dem Franchising viel leichter. Er bekommt bei uns ein ausgefeiltes Konzept mit allem, was dazu gehört. Nicht nur die fachliche Unterstützung und der Zugriff auf unsere Erfahrungen, die wir in einem Franchisehandbuch nieder gelegt haben, sondern auch das, was für die Geschäftsausstattung nötig ist, wie Werbemittel, den Internetauftritt usw.. Übrigens sind wir drei, die Gründer der Investinlife, zugleich selbst auch Franchisenehmer.

CF: Da werden bald Weitere dazu kommen. Wir bieten einfach ein tolles Konzept, das seinesgleichen in der Branche sucht. Insbesondere gebundenen Handelsvertretern der Finanzbranche, die die Kombination von Geld und Grün glaubhaft vertreten können bieten wir die Chance sich eine echte eigene Existenz als Partner der investinlife aufzubauen.



Entnommen aus:

Peter Krause (Hrsg.)

Anders: Alternativen schaffen“

ISBN 978-3-86931-837-0

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Gelesen 9290 mal Letzte Änderung am Freitag, 01 April 2011 15:20